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Ein wichtiger Bestandteil der Logistik ist der zeitlich exakte und sichere Transport. Im Interview haben wir deshalb mit Klaus-Dieter Bugiel vom Unternehmen Fox-Courier gesprochen, dessen Unternehmen den Firmensitz am Flughafen Leipzig/Halle hat.

Lieferfahrzeug von Fox-Courier
© Fox-Courier

Logistik Watchblog: Welche Transportleistungen bietet Ihr Unternehmen an?

Klaus-Dieter Bugiel: Die fox-COURIER GmbH Leipzig bietet alle Transportleistungen im zeitsensiblen und auch temperaturgeführten Bereich an. Dabei handelt es sich nicht nur um Transporte von A nach B, sondern auch um Beschaffungslogistik von B nach A oder von B nach C, ganz nach Kundenwunsch. Um allen Kundenanforderungen gerecht zu werden, disponieren wir nicht nur Fahrzeuge der Straße, sondern bei Bedarf auch Hubschrauber oder Charterflugzeuge und sind mit unserem Personal als OBC (On Board Courier) direkt bei der Übergabe der Sendung vor Ort.

Des Weiteren sind wir ein wichtiger Partner in der zertifizierten Lieferkette von Unternehmen, um die Normen der ISO 9001 einzuhalten. Auch Kleintiertransporte, die durch unser Personal, durchgeführt werden dürfen, sind in unserem Portfolio enthalten, ebenso Motorradtransporte, Overnightversand oder Gefahrguttransporte. Ein stets bedeutender Baustein in der Transportbranche sind außerdem Transporte, die eine Aufzeichnungspflicht der Temperatur verlangen.

Wie überwachen Sie, dass Ihre Transporte rechtzeitig und zu den gewünschten Bedingungen beim Kunden ankommen?

Bei der Auftragsannahme werden die Bedingungen schon auf die Durchführbarkeit geprüft. Hierbei spielen die Entfernungen, die Witterungsbedingungen und Vorhersagen, die speziellen Gegebenheiten (Geschwindigkeitsbeschränkungen, länderspezifische Besonderheiten, Verzögerungen an Grenzen, Mautstellen etc.) und Erfahrungswerte eine sehr große Rolle in der Vorbereitung. Alle Fahrzeuge sind außerdem mit GPS-Systemen ausgestattet, sodass die Disposition - in Verbindung mit der entsprechenden Software - sofort Verzögerungen erkennen kann und eventuelle Ausweichvarianten an den Fahrzeugführer übermittelt. Die aktuellen Verkehrsmeldungen und Wetterberichte sind die Parameter, die bei uns rund um die Uhr im Auge behalten und durch unseren 24 Stunden-Service vor Ort sogar personell überwacht werden.

Sie engagieren sich als Partner für das in Leipzig laufende Logistikprojekt LogiLeit. Bitte schildern Sie uns wie und warum Sie dieses Projekt unterstützen?

LogiLeit ist ein Projekt, welches die Überwachung der einzelnen Sendung unterstützt. Gemeinsam mit mehreren Partnern entwickeln wir ein System, welches Echtzeitdaten direkt liefern kann und sind für die Erprobung des Einsatzes der Testgeräte und das Monitoring verantwortlich. Der Begriff „Track & Trace“ wird sehr gern und oft verwendet, um die Sendungsverfolgung zu analysieren und zu dokumentieren. Die gelieferten Daten werden aber nur erzeugt, wenn es eine Schnittstelle im Prozessablauf gibt, die es ermöglicht, Daten zu erkennen und zu verarbeiten. Um aber auch während des Transportverlaufs aktiv auf die Sendungen Zugriff haben zu können (zum Beispiel Fehlverladungen, Temperaturschwankungen, Beschädigungen und vieles mehr) benötigen wir die Daten sofort.

Eine qualitätsgerechte Lieferung und die Schadensminimierung sind die Ziele einer lückenlosen Aufzeichnung während des Transportes. Großes Interesse besteht im Moment bei Kunden aus den pharmazeutischen, medizinischen, veterinärmedizinischen und forschenden Bereichen.

Warum engagieren Sie sich so stark im Bereich Elektromobilität?

Vor 5 Jahren erhielt ich im Rahmen einer Testveranstaltung für Firmenfahrzeuge die Möglichkeit, drei Elektrofahrzeuge zu testen. Nie zuvor hatte ich mich mit dem Gedanken beschäftigt, solch ein Fahrzeug in unsere Firmenflotte zu integrieren. Nach den ersten Testkilometern war aber sofort klar, das ist genau das, was wir in Leipzig benötigen. Eine rasche Beschleunigung, geräuscharmes und emissionsfreies Fahren bedeutet nicht nur umweltschonendes, sondern auch nachhaltiges Verhalten für die Zukunft. Genau das weckte in mir den Wunsch, die Logistik in der Stadt Leipzig mit Elektrofahrzeugen zu meistern.

Welche Vorzüge haben E-Autos für die Logistik?

Keine! Das klingt jetzt sicher etwas hart, aber die Euphorie nach den Testfahrten wurde schon sehr gedämpft. Für den Privatbereich sind die Elektrofahrzeuge sicher eine gute und umweltschonende Alternative. Im Wirtschaftsverkehr, ich rede nur für unsere Firma, sind diese Fahrzeuge nur bedingt einsetzbar. Die wichtigsten 3 Punkte möchte ich kurz nennen:

1.) Die Ladeinfrastruktur ist noch nicht soweit, dass man unkompliziert Strom „nachtanken“ kann. Das behindert die Planung unserer Disponenten und ist für ein schnelles Reagieren der Kundenanforderung schädlich. Ladesäulen sind oftmals defekt, belegt oder auch von anderen, „nichtelektrischen“ Fahrzeugen besetzt.

2.) Die Elektrofahrzeuge sind noch nicht konstant einsetzbar. Herstellerangaben bezüglich der Reichweite schwanken im reellen Gebrauch der Fahrzeuge sehr stark. Im Logistikbereich können wir nicht unterscheiden, ob wir fahren oder „segeln“ möchten, ob es Winter oder Sommer ist. Für den Einsatz und die Disposition der Elektrofahrzeuge sind das aber sehr wichtige und entscheidende Kriterien.

3.) Vorteile von Elektrofahrzeugen sind im Stadtgebiet Leipzig nicht vorhanden. Die Ausnutzung und Umsetzung der Möglichkeiten des Elektromobilitätsgesetzes werden von den Ämtern nicht genutzt, so dass bei den relativ hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge, Abholungen und Anlieferungen im Innenstadtbereich, Befahren der Busspuren, kostenfreie Standflächen, um nur einige Beispiele zu nennen, berücksichtigt werden müssen.

Was könnte die Logistikbranche generell mehr für Umwelt- und Klimaschutz tun?

Meiner Meinung nach wird in der Logistikbranche schon sehr viel für die Umwelt getan: Einerseits werden immer mehr Zertifikate gefordert und umgesetzt, die nicht nur auf geregelte Abläufe und Kundenmanagement, sondern auch auf die Umwelt zurückgehen. Fahrzeuge sind mit Umweltzonenplaketten ausgerüstet, die Fahrer sind geschult, umweltbewusst und kraftstoffsparend zu fahren, Leerfahrten werden durch den Einsatz entsprechender Software weitestgehend minimiert und selbst im Büro wird die Papierflut abgebaut, indem elektronische Datenträger eingesetzt werden und die Papierpost durch elektronische Post ersetzt wird.

Zu Ihrem Portfolio gehören auch Luftsicherheitsschulungen. Erklären Sie uns doch bitte, was damit gemeint ist?

Seit dem 11. September 2001 hat sich einiges in der Luftfracht verändert. Als Passagier müssen Sie sich ohnehin vor dem Flug Kontrollen unterziehen. Diese Kontrollen werden nun auch in der Luftfracht durchgeführt, es sei denn, man verfügt über den Status des bekannten/geschäftlichen Versenders/Lieferanten oder des Reglementierten Beauftragten/Lieferanten in der sicheren Lieferkette. Wird der Transportverlauf der sicheren Lieferkette eingehalten, sind Kontrollen nicht mehr nötig und es kann somit Zeit und Geld gespart werden.

Als ansässiges Unternehmen am Flughafen Leipzig/Halle werden wir als Reglementierter Beauftragter oft angefragt, Sendungen sicher zu transportieren. Jeder Beteiligte muss dabei eine entsprechende Schulung, nach Vorgaben der DVO (EU) 2015/1998, nachweisen können. Als zugelassener Ausbilder durch das Luftfahrtbundesamt, haben wir die Möglichkeit, diese Schulungen als Inhouse-Schulungen in den Firmen oder auch in unseren Schulungsräumen anzubieten.

Über Klaus-Dieter Bugiel

Klaus-Dieter Bugiel

© Fox-Courier

Klaus-Dieter Bugiel ist Geschäftsführer des Unternehmens Fox-Courier, das 1993 gegründet wurde und dabei auf den Transport von Waren und Dokumentsendungen spezialisiert ist. Das Unternehmen bietet zahlreiche Direkt- und Sonderfahrten, sowie Overnight-Transporte an. Mit dem Firmensitz am Flughafen Leipzig/Halle ist das Unternehmen ideal an Autobahn, ICE-Strecke, sowie den Luftfrachtverkehr angebunden.



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