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Kurzfristig fällt der Partner aus. Oder der Kunde springt aus welchen Gründen auch immer spontan ab. Für Logistiker aus egal welchem Bereich ein Horror-Szenario, dass leider oft genug vorkommt. Die Plattform CargoHit will dieses Problem lösen und hat ein Schwarzes Brett für logistische Dienstleistungen entwickelt. Wir haben mit Geschäftsführer Adam Dachowski über das Geschäftsmodell des StartUps gesprochen.         

Schwarzes Brett
© thinglass – fotolia.com

Logistik Watchblog: Was ist das Geschäftsmodell von CargoHit?

Adam Dachowski: CargoHit ist eine Online-Plattform die Produktions- und Handelsunternehmen sowie Logistikdienstleister zusammenbringen und vermitteln soll. Wir haben ein Schwarzes Brett für logistische Dienstleistungen entwickelt, um so nachhaltig Kapazitäten besser auszulasten, Dienstleistungen schneller und effizienter zu vermitteln und bei Partnerausfall reaktionsschneller sein zu können – schlussendlich soll eine höhere Wertschöpfung erreicht werden. Dies wollen wir unter anderem dadurch erreichen, dass wir den Unternehmen mit Door-to-Door, Landtransport, Luftfracht, Seefracht, Lagerlogistik, Projektlogistik, Hafen Umfuhr und Zollabfertigung acht Module der Logistik, also ein sehr umfangreiches Spektrum der Logistik, bieten. Das Prinzip ist simpel. Die Nutzer können Angebote oder Gesuche inserieren und anschließend über das integrierte Messaging-System mit den Interessenten kommunizieren, um weitere Fragen zu klären oder den Preis auszuhandeln. Vorteilhaft hierbei ist, dass die Inserate auf Wunsch auch anonym geschaltet werden können. So lässt sich vermeiden, dass die Konkurrenz erkennt, wie die momentane Auftragslage des jeweiligen Unternehmens ist.

Ein wesentlicher Faktor der CargoHit GmbH ist die bewusste Ausblendung von Preisen. In der Logistik haben wir es tagtäglich mit immer stärkerem Preisdumping zu tun. Qualität hat seinen Preis und das soll auch bitte so bleiben.

Logistik Watchblog: CargoHit möchte ein weltweites Netzwerk schaffen. In wie vielen Ländern ist die Plattform derzeit vertreten?

Adam Dachowski: Momentan sind wir noch in der Entwicklungsphase. Der Fokus für die erste Anwendung liegt jedoch klar auf Europa, beginnend mit Deutschland und den angrenzenden EU-Ländern. Hier herrscht weiterhin viel Potenzial, auch in der Hinsicht auf die politische Ausrichtung und Förderung der Digitalisierung. Schlussendlich ist das Ziel, die Plattform weltweit nutzen zu können. Das wird sehr interessant für uns.

Logistik Watchblog: Ist es denkbar, dass in Zukunft weitere Funktionen und Services der Plattform hinzugefügt werden?

Adam Dachowski: Ja definitiv. Wir möchten die Partneranbindung so einfach wie möglich gestalten und gerade im Rahmen von Logistik 4.0 möchten die Unternehmen ein gewisses

Screenshot CargoHit

© CargoHit | Screenshot

Mindestmaß an Transparenz im Bezug auf die Supply Chain haben – genau diese Lösungen möchten wir natürlich gerne integrieren, um so eine zuverlässige Plattform zu bieten.

Logistik Watchblog: CargoHit sieht die Hybridisierung von logistischen und IT-Dienstleistungen als zukunftsweisend. Was versteht man darunter?

Adam Dachowski: Wie eben schon angesprochen, ist der digitale Wandel im Rahmen von Industrie 4.0 bereits im Schwung. Durch die steigende Vielfalt der Möglichkeiten durch die Digitalisierung können viele Prozesse in der Lieferkette schneller und effizienter gestaltet werden. Zur Veranschaulichung möchte ich gerne folgendes Beispiel nennen:

Eine Reederei verfügt beispielsweise über ein RoRo-Schiff und für die nächste geplante Abfahrt sind noch zahlreiche Kapazitäten an Bord verfügbar. Zum Großteil werden die Kapazitäten durch vereinbarte Verträge mit anderen Partnern belegt, jedoch kommt es fast nie zu einer vollen Auslastung. Um die Zeit und die Kosten für diesbezügliche Akquise einsparen zu können und trotzdem die Einsicht in die freien Kapazitäten für mögliche Interessenten zu gewährleisten und diese dadurch weitestgehend auszulasten, ist es ausreichend, ein passendes Inserat mit den jeweiligen Spezifikationen und der Route in das Modul „Seefracht“ einzutragen. Auf einkommende Anfragen kann anschließend, z. B. über unser integriertes Messaging-System, zeitnah reagiert werden.

Der Vorteil für Interessenten: Sie müssen nicht 24-7 vor der Plattform sitzen und ständig aktualisieren. Sie richten sich schnell und unkompliziert verschiedene Suchagenten ein, die auf die Interessen zugeschnitten sind und erhalten jedes Mal eine Nachricht, wenn ein passendes Inserat geschaltet wird.

Logistik Watchblog: Wie möchte sich CargoHit finanzieren?

Adam Dachowski: CargoHit ist momentan noch vollständig eigenfinanziert. In den nächsten Monaten wird die Nutzung der Plattform komplett kostenfrei sein. Sobald der Traffic stimmt und sich das Angebot mit der Nachfrage deckt, werden wir mit einer einmonatigen Vorankündigung einen sehr überschaubaren monatlichen Basispreis für die Nutzung der Module berechnen. Hier werden wir uns ebenfalls nach der Einschätzung und Bewertung der Kunden richten.

Logistik Watchblog: Wie läuft die Anmeldung für Logistiker für die Nutzung von CargoHit ab?

Adam Dachowski: Die Anmeldung auf der Plattform erfolgt in nur wenigen Schritten. Nach der Eingabe der Unternehmensdaten und der Bestätigung per E-Mail wird der potenzielle Kunde von uns in Bezug auf seine Bonität und Compliance geprüft. Wir möchten hiermit gewährleisten, dass auf der Plattform nur seriöse und zuverlässige Vertragspartner operieren. Nach erfolgreicher Prüfung schalten wir Sie innerhalb von 1-2 Werktagen frei und Sie können die Plattform in vollem Umfang nutzen. Ein Monitoring der bereits angemeldeten Unternehmen findet ebenfalls statt, sodass wir auch bei kurzfristigen Änderungen eines registrierten Nutzers entsprechend reagieren können.

 

Über Adam Dachowski

Adam Dachowski

© CargoHit

Adam Dachowski, geboren am 01.04.1987 ist seit der Gründung am 22.09.2014 Geschäftsführender Gesellschafter der Firma CargoHit GmbH. Die Erfahrungen im Logistikbereich konnte er erstmalig im Studium und anschließend in der Führung des Familienunternehmens ECL Euro-Cargo-Logistik Kontor GmbH, als Geschäftsführender Gesellschafter seit 01.01.2011, sammeln und auf das neugegründete Unternehmen mit dem Ziel, die Lieferketten und Kapazitäten mit Rücksicht auf die Umwelt zu optimieren, übertragen.

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta


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