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Das Ladungsträger-Management kommt in vielen Firmen noch zu kurz, was häufig zu hohen Kosten führt. Das Unternehmen poolynk hat eine Lösung entwickelt, die Lademittel die gesamte Supply Chain hinweg überwacht. Wir haben mit dem CMO Martin Nether gesprochen. 

Paletten
© Gerasia / shutterstock.com

Logistik-Watchblog: Wie sind Sie auf die Geschäftsidee gekommen?

Weil unsere Kinder nie die Brotboxen aus der Schule wieder mitgebracht haben. Nein, im Ernst, wir haben bei den Weltmarktführern für Paletten- und Behälterpooling gearbeitet und gelernt, welche Vorteile professionelles Ladungsträger-Management bringt. Da dachten wir uns, das Problem können wir doch auch für andere lösen.

Was sind die Ziele von poolynk?

Ganz einfach: Wir wollen die Verwaltung von Ladungsträgern für alle Teilnehmer der Supply Chain vereinfachen und poolynk als standardisierte Lösung für transparentes Management von Paletten, Kisten und Containern etablieren.

Was macht ihr Unternehmen besonders bzw. warum sollten Kunden auf Ihr System vertrauen?

Wir sind neutral und unabhängig, wir wollen niemandem Transportdienstleistungen verkaufen oder Lademittel vermieten. Wir verkaufen auch keine Hardware- oder Softwarelizenzen. Wir haben die größten Pools der Welt gemanagt und wollen diese Erfahrung unseren Kunden mit unserer Lösung zur Verfügung stellen. Zum Schnäppchenpreis von 0,0025€, also einem Viertel-Cent, pro gebuchtem Ladungsträger. Bei monatlich 100.000 Bewegungen auf dem Konto sind das gerade mal 250€.

Warum kommt es ihrer Meinung nach vermehrt zu hohen Kosten für die Unternehmen durch beschädigte oder fehlende Paletten?

Das Management von Ladungsträgern wird vielfach als C-Prozess gesehen und entsprechend stiefmütterlich behandelt. Gleichzeitig stellen Paletten, Gitterboxen und Plastikkisten auch in gebrauchtem Zustand einen hohen Wert dar, das macht sie interessant. Hinzu kommt, dass sich viele Ladungsträger auch hervorragend zweckentfremdet benutzen lassen. Ein fehlender Fokus auf diesem Thema führt also zwangsläufig zu Bestandsverlusten und damit auch zu hohen aber vermeidbaren Kosten. Im Tauschsystem werden beschädigte Ladungsträger gerne nach dem ‚Schwarzer Peter‘ Prinzip weitergegeben. Wer nicht aufpasst und seine Prozesse nicht im Griff hat, bekommt Schrott zurück und leidet dann unter deutlich höheren Ersatzbeschaffungen als nötig. Wer gemietete Paletten und Behälter nicht an den Poolbetreiber zurückgibt und auch nicht weiß wo sie sind, muss dort für den Verlust bezahlen.

Welche Vorteile haben Händler, Fahrer und Lagerarbeiter von Ihrem System?

Unsere Lösung ist augenblicklich einsatzbereit: Kostenlose App mit dem Smartphone herunterladen, eine der fünfzig Sprachen auswählen und loslegen. Keine besondere Hardware, keine Lizenzen, keine Grundgebühren. Kostenloses Leergutkonto für Unternehmen mit absoluter Transparenz über alle Buchungen und Bestände in Echtzeit mit digitaler Unterschrift von beiden Seiten anerkannt.

Wie wird poolynk bislang von den Kunden angenommen?

poolynk ist im November 2016 an den Start gegangen. Damals haben wir mit einer Handvoll Kunden im Pilotbetrieb herausgefunden, was geht und was nicht. Wir haben Experten für Software-Ergonomie, Fahrer und Lagermitarbeiter zusammengebracht und so nah wie möglich am Benutzer entwickelt, dadurch ist die Akzeptanzschwelle extrem niedrig. WhatsApp oder Instagram lädt sich jeder herunter und fängt intuitiv an es zu nutzten. So ist es mit poolynk auch. Die Unternehmen selbst sehen natürlich klar die Vorteile: Keine nachträgliche Erfassung von Papierbelegen mit dem Risiko von Übertragungsfehlern und dem aufwendigen Entziffern von mehr oder weniger lesbaren Handschriften. Keine aufwendige Kontenabstimmung: Jeder Buchung auf der poolynk Plattform steht in Echtzeit eine Gegenbuchung gegenüber, damit gibt es keine Überraschungen beim Saldenabgleich.

Welche Trends im Lademittel-Management sehen Sie in der Zukunft?

Wir glauben, dass die Fragmentierung globaler Lieferketten weiter zunehmen wird. Die Herausforderungen an das Management der entsprechenden Informationen werden also komplexer. Machbar ist das aus unserer Sicht nur mit neutralen, unternehmensübergreifenden Cloud-Lösungen, über welche die ERP-Systeme der einzelnen Kunden miteinander vernetzt werden. Lösungen, denen die Teilnehmer vertrauen können. Diesen Trend sehen wir übrigens nicht nur für das Ladungsträger-Management.

Vielen Dank für das Gespräch!

 


Martin Nether

Martin Nether ist Gesellschafter und Geschäftsführer von poolynk. Der gelernte Betriebswirt hat 25 Jahre Branchenerfahrung im Logistik & Supply Chain Management und 10 Jahre Erfahrung im Pooling, davon 5 Jahre als CEO des Marktführers für die fleischverarbeitende Industrie. Zusätzlich kann er auf Kenntnisse in den Bereichen Vertrieb, Marketing & Business Development, Strategie-, Geschäfts- und Kundenentwicklung, Markenentwicklung und Marktpositionierung sowie Digitale Transformation zurückgreifen.

www.poolynk.com

 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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