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Erst die Deutsche Bahn Tochter DB Schenker, nun auch der Europäischer Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) – die Schadensersatzforderungen wegen verbotener Kartellabsprachen der Lkw-Hersteller werden immer höher.

Lkw in einer Reihe
© noina – shutterstock.com

Die Auswirkungen des Lkw-Kartells ziehen immer weitere Kreise. Nachdem jetzt auch die Deutsche Bahn Tochter DB Schenker Schadensersatz von den Kartell-Teilnehmern fordert, kommt nun der nächste Hammer.

Nach Angaben von logistra.de hat nun die Europäischer Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) gegen den Lkw-Hersteller Daimler Klage auf Schadensersatz in Höhe von 90 Millionen Euro zuzüglich 86 Millionen Euro Zinsen erhoben. Beim Landgericht Stuttgart ging bereits am Donnerstag die über 600.000 Seiten starke Klageschrift ein. Die ist deshalb so umfangreich, weil in der extra für das Verfahren gegründeten Themis Schaden GmbH Ansprüche von 310 kleinen und mittelständischen Frachtführerbetrieben gebündelt wurden. Insgesamt geht es um 16.600 Lkw, deren Kaufpreise nach Ansicht des Ladungsverbunds teilweise um mehr als 10.000 Euro überteuert waren.

Finanzielles Risiko soll möglichst klein bleiben

„Durch das über viele Jahre bestehende Kartell der großen Hersteller wurden viele kleine Unternehmen massiv geschädigt. Das ist unerträglich“, so Jochen Eschborn, Vorstandsvorsitzender der ELVIS AG. Durch die Gründung der Themis Schaden GmbH hat ELVIS für seine Kooperationsmitglieder eine Möglichkeit geschaffen, die Ansprüche in einer einzigen Klage durchzusetzen. Dafür mussten die Geschädigten im Vorfeld ihre Ansprüche an die GmbH abtreten. Weiterhin hat sich ELVIS darum bemüht, das finanzielle Risiko für die Partner so gering wie möglich zu halten und hat dafür einen Prozessfinanzierer ins Boot geholt. Laut Meldung von ELVIS übernimmt dieser sämtliche Kosten, die in direktem Zusammenhang mit der Klage stehen. Sollte die Schadensersatzklage Erfolg haben, ist er an dem Erlös beteiligt.

Vertreten wird die Themis Schaden GmbH von der Kanzlei Arnecke Sibeth. Der betreuende Anwalt Moritz Lorenz schätzt die Situation folgender Maßen ein: „Weil an diesen Absprachen alle großen europäischen Lkw-Hersteller beteiligt waren, hatten die Spediteure und Transportunternehmer keine Wahl, sie mussten erhebliche Preisaufschläge hinnehmen.“ Eine Entscheidung des Stuttgarter Landgerichts wird frühestens Mitte/Ende 2019 erwartet.

 

/ Geschrieben von Julia Ptock


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