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Weihnachten steht vor der Tür und Verbraucher nutzen die Vorteile des Online-Handels und lassen sich ihre Geschenke vom Paketboten bringen. Die KEP-Unternehmen stoßen an ihre Grenzen. Das geht sogar so weit, dass sich die DHL einen Verkaufsraum in Lohfelden (Kassel) gemietet hat, von der sich Verbraucher ihre Pakete selbst abholen können.

Regale mit Paketen
© SPACE_MICROBE – shutterstock.com

Zwar gibt sich die DHL zuversichtlich, im aktuellen Weihnachtsgeschäft dem eigenen Lieferversprechen nachzukommen, doch es gibt nun die ersten Anzeichen, dass dies wohl nicht zu schaffen ist. Wie die Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet, erhält man zunehmend Nachrichten von frustrierten Verbrauchern, die ihre Pakete nicht erhalten.  

Lagerhalle soll bis Jahresende als Abholstation dienen

Statt der Zustellung an der Haustür werden die Verbraucher dazu aufgefordert, ihre Pakete direkt bei Stationen der DHL abzuholen. Dafür hat die DHL einen ehemaligen Verkaufsraum in Lohfelden gemietet, den sie nun als Lagerhalle nutzen. Dort sollen sich Hunderte von Paketen stapeln, die sich die Kunden selbst abholen müssen. Darüber werden sie über eine Postkarte informiert. Wie es in der Meldung der HNA heißt, wird die Nutzung der Lagerhalle mit den jüngst durchgeführten Streiks begründet. Bis Ende des Jahres soll die Lagerhalle als Abholort dienen.

Ein Sprecher der Post bezeichnet in die Anmietung der Lagerhalle als „ergänzend Maßnahme“. Man sei sich bewusst, dass der zusätzliche Weg für die Paketempfänger mit Mehraufwand verbunden ist. Allerdings sei dies auf Grund des Paketvolumens notwendig, die Mitarbeiter täten aber alles, um die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten.

8,5 Millionen Sendungen am Tag

Nicht nur in Kassel kommt es zu Problemen. Wie Anfang Dezember bekannt wurde, gingen 2017 3.433 Beschwerden über KEP-Dienstleister bei der Netzagentur ein. Bis Ende des Jahres rechne man mit über 5.000 Beschwerden – das entspräche einer Steigerung von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Konsequenz überlegt man bei der Bundesnetzagentur über die Einführung von Bußgeldern.

Befragt man die DHL zum Thema Weihnachtsgeschäft und den entsprechenden Vorbereitungen, erhält man selbstbewusste Antworten. Pressesprecherin Dunja Kuhlmann erklärt, dass die DHL sich schon Monate im Voraus mit sehr detaillierten Planungen und in enger Abstimmung mit den Kunden auf das Weihnachtsgeschäft vorbereitet habe. „Auch in diesem Jahr erwarten wir wieder Rekordmengen und rechnen an den Tagen direkt vor Heiligabend mit über 8,5 Millionen Paketsendungen täglich“, erklärt Kuhlmann.

Über 10.000 Aushilfen und 12.000 zusätzliche Fahrzeuge

Um die Massen zu bewältigen, setzt die DHL wie ihre Konkurrenten auf Aushilfskräfte. Dieses Jahr sollen es rund 10.000 sein. „Die Aushilfskräfte beschäftigten wir dabei insbesondere im Paketbereich in unseren Sortierzentren und in der Zustellung. Aber auch in der Brief- und Verbundzustellung, d.h. der gemeinsamen Zustellung von Briefen und Paketen, und in der Briefsortierung kommen im Weihnachtsgeschäft zusätzliche Mitarbeiter zum Einsatz“, heißt es auf Nachfrage bei der DHL. Auch der Fuhrpark wurde vergrößert – in diesem Weihnachtsgeschäft hat die DHL mehr als 12.000 zusätzliche Fahrzeuge im Einsatz.

Auch bei den Kapazitäten der Anlagen hat DHL in den letzten Jahren viel gemacht. Demnach können in jeder Betriebsstunde in den Paketzentren mehr als eine Million Pakete bearbeitet werden. Zudem sorgen die 80 mechanischen Zustellbasen für eine Entlastung der Paketzentren.

/ Geschrieben von Julia Ptock


Kommentare

#1 Dirk Reichel 2018-01-02 10:29
Seit wann MÜSSEN Kunden denn Pakete woanders als bei der angegebenen Lieferadresse abholen?



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