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Erneut fordert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) den Lkw-Führerschein ab 17, um dem Fachkräftemangel in der Speditionsbranche entgegenzuwirken.

Lkw-Fahrer

© Frank11 / Shutterstock.com

Der Lkw-Führerschein mit 17 ist ein vieldiskutiertes Thema. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat nun seine Forderung nach der Fahrerlaubnis für Minderjährige erneuert. „Das begleitete Fahren ab 17 Jahren im Pkw hat sich bewährt. Deshalb empfehlen wir, es auch im Lkw einzuführen“, so Jürgen Bente, Referatsleiter für fahrpraktische Programme im DVR, gegenüber der Welt am Sonntag. Angehende Berufskraftfahrer ab 17 Jahren sollten demnach Lkw steuern dürfen, sofern ein Kollege mit Fahrerlaubnis auf dem Beifahrersitz dabei ist.

Gegen die angespannte Personalsituation

Der Verkehrssicherheitsrat sieht mit diesem Vorstoß einen Vorteil für die Speditionsbranche, die weiterhin mit einem akuten Fachkräftemangel zu kämpfen hat. Zwar konnte die Logistik-Branche im Jahr 2016 insgesamt 16.211 Nachwuchskräfte gewinnen. Angesichts von aktuell jährlich 30.000 Berufskraftfahrern, die in Rente gehen, reicht dies aber nicht annähernd aus. Nachwuchs wird dringend gebraucht und „für Schulabgänger würde der Berufskraftfahrer dadurch attraktiver werden“, meint Bente.

Der DVR ist überzeugt, dass Regeln für den Führerschein „nur einheitlich in der Europäischen Union festgelegt werden“ können. Bislang gelten auch in unseren Nachbarländern Österreich und Schweiz die gleichen Bestimmungen wie in Deutschland, die besagen, dass man erst mit 18 Jahren hinter das Steuer darf. Der DVR hatte bereits im Sommer seine Forderung nach dem Führerschein mit 17 öffentlich gemacht und der Bundesregierung eine Initiative empfohlen, um „geeignete Jugendliche für die Ausbildung zum Berufskraftfahrer auszusprechen“. Ob die frühere Fahrerlaubnis die Probleme allerdings löst, ist fraglich.

/ Geschrieben von Christoph Pech


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