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Dass durch den Online-Handel die Anforderungen an die Logistik stetig steigen, ist längst bekannt. Aber wie sieht der Lieferverkehr der Zukunft aus? In Hannover sollen nun mögliche Lösungen entwickelt und erprobt werden.

Hannover von oben
© telesniuk – Shutterstock.com 

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover hat das Modellprojekt „Urbane Logistik“ ins Leben gerufen und will damit mögliche Lösungen für die neuen Herausforderungen in der Logistik, die sich durch den Online-Handel ergeben, entwickeln. Dazu will Hannover sowohl mit Forschung als auch Wirtschaft zusammenarbeiten. Zudem fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt mit zwei Millionen Euro.

Die Stadt verweist darauf, dass Liefer- und Logistikverkehr durch intelligente Vernetzung und smarte Mobilitätslösungen effizienter und ressourcenschonender gestaltet werden können. Vor allem der Einsatz von E-Fahrzeugen könne einen Beitrag zur Luftreinheit in den Städten leisten. Doch die zahlreichen technologischen Ideen, die in den vergangenen Jahren entwickelt wurden, seien bisher nicht zusammengebracht worden. Eine taugliche Lösung für einen ganzen Stadtteil, geschweige denn eine Großstadt? Fehlanzeige.

Die DHL und die Universität Hannover sind mit an Bord

„Wir wollen Modellregion für den Lieferverkehr der Zukunft werden. Es geht um saubere, leise, effektive und damit zukunftssichere Logistikkonzepte in unseren Städten“, erklärt Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok. „An Bord der in dieser Form einzigartigen Kooperation haben wir starke Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft.“ Unter anderem arbeitet die Stadt mit der Deutschen Post DHL, den Stadtwerken Hannover, der Leibniz Universität Hannover, der Hochschule Hannover sowie dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) der Technischen Universität Braunschweig zusammen.

Gegründet wurde das Forschungsprojekt USEfUL (Untersuchung, Simulation und Evaluation für Urbane Logistik). Das Projekt soll Liefer- und Wirtschaftsverkehre analysieren und am Beispiel von Stadtteilen zu neuen Lieferkonzepten machen. Das Ziel: Eine für andere Kommunen nutzbare Web-Applikation zu entwickeln, welche als Entscheidungshilfe für zukunftssichere Logistikkonzepte in Städten dienen soll. Die App soll unterschiedliche Räume in der Stadt simulieren und damit Daten für alternative Logistikkonzepte liefern. Dafür muss der Wirtschaftsverkehr im Modellgebiet Hannover zunächst analysiert werden.

Bis zum Jahresende 2017 bzw. Jahresbeginn 2018 will Hannover Pilotquartiere für das Modellprojekt „Urbane Logistik“ verkünden. In diesen Quartieren sollen die Bevölkerungsstruktur und ihre Bedürfnisse, Verkehrsströme und die Auswirkungen auf die Umwelt untersucht werden. Neue Konzepte für den Lieferverkehr werden dann zunächst in einer Simulation erprobt und dann im Realversuch getestet. Dabei stehen vor allem die Aspekte Wirtschaftlichkeit, Verlässlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Akzeptanz auf dem Prüfstand. Zudem plant Hannover Bürgerbefragungen in den Testgebieten, um die Meinung der Bevölkerung zur Situation zu erfassen. Denn das neue Logistikkonzept könne nur bestehen, wenn es bei der Bevölkerung auch akzeptiert wird.

 

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers


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